Kultur

DIE WIKINGER

Ausstellung in Berlin

GDN - Vom 10.09. 2014 bis zum 04.02.2015 wird in einer Ausstellung im Berliner Martin-Gropis-Bau an die Zeit der Wikinger erinnert. Eröffnet wird die Schau von Bundespräsident Joachim Gauck und Königin Margrethe II von Dänemark.
Furchterregende Krieger und Eroberer, welterfahrene Seefahrer, Handels-leute, Bauern und hoch spezialisierte Handwerker prägen noch heute das Bild der Wikinger. Die letzte große internationale Ausstellung zur Kultur der Wikinger in Berlin liegt nunmehr zwanzig Jahre zurück. Ein Forscher-team des Nationalmuseums Kopenhagen, des British Museum London und der Staatlichen Museen zu Berlin kam nun zusammen, um berühmte alte und sensationelle neue archäologische Funde für ein breites Publikum zu präsentieren.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Wrack des größten bislang gefundenen Wikingerschiffs - die Roskilde 6. Das 37 Meter lange Kriegs-schiff wurde 1997 im Hafen der dänischen Stadt Roskilde gefunden und wird nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Inszenierung der Roskilde 6 im Lichthof des Martin-Gropius-Baus nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die Welt der Wikinger: Hinaus auf das offene und tosende Meer und an ferne Küsten.
In Themenbereichen wie “Kontakte und Austausch“, “Krieg und Eroberung“, “Macht und Herrschaft“ sowie “Glaube und Ritual“ werden insgesamt ca. 800 Exponate auf ca. 2.400 m² ausgestellt, worunter sich Glanzlichter wie der Goldschatz von Hiddensee, der Silberbecher aus Jelling und der Vale of York Hort befinden. Letzterer ist einer der größten je gefundenen Wikingerschätze überhaupt und wird erstmals in Deutschland der Öffentlichkeit präsentiert.
Vom 9. bis zum 11. Jahrhundert dominierten die Wikinger den Nord- und Ostseeraum, reisten nach Russland und bis ins Byzantinische Reich, gründeten Siedlungen an den Küsten Grönlands und Nordamerikas. Skandinavier, Briten und Iren sehen die Wurzeln ihrer Nationen in der Wikingerzeit. Mit der Christianisierung ihrer Königreiche begann ihre Integration in das mittelalterliche Europa.
In der Wikingerzeit kommt es zu vielfältigen und weiträumigen Beziehungen, die nachhaltige kulturelle Veränderungen bewirken. Die große Mobilität der auch als “Nomaden der Meere und Flüsse“ bezeichneten Wikinger wirkt dabei als kraftvoller Motor. Ost- und Nordsee, Nordatlantik und Mittelmeer, Schwarzes und Kaspisches Meer sind Teil der Szenerie. Kultur-kontakte sind in höchstem Maße dynamisch. Sie vollziehen sich auf unterschiedlichen Ebenen und in regional unterschiedlichen Beziehungsformen.
Der Öffentlichkeit bisher unbekannte bedeutende Neufunde aktueller Ausgrabungen ermöglichen es, die vielfältigen Motive und Mechanismen kultureller Beziehungen aufzuzeigen. Dazu gehören auf Austausch basierende Aktivitäten ebenso wie dauerhafte Migrationen, diplomatische Verbindungen und kriegerische Unternehmungen. Das Ausstellungsprojekt thematisiert dabei Forschungsergebnisse in bisher nicht gezeigtem Umfang.
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von GDN können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.